Weltgymnaestrada 2019, zu Gast in Vorarlberg

Googelt man den Begriff Gymnaestrada 2019, schlägt der renommierte Online-Suchdienst satte 393.000 Ergebnisse vor. Damit lässt sich auch die Dimension dieser Veranstaltung grob gefasst erahnen.

18.000 TeilnehmerInnen aus 65 Nationen nahmen an der weltgrößten Veranstaltung im Breitensport vom 7. bis zum 13. Juli in Dornbirn bzw. ganz Vorarlberg teil. Das Motto? „Come together. Show your colors!“ durch welches Vielfalt, Farbenfreude, Kommunikation, Gastfreundschaft und last but not least die Leidenschaft am Turnsport und an der Bewegung vermittelt wurde.

Be one

Herzstück der Gymnaestrada bildete das Dornbirner Messequartier, wo in acht Hallen gleichzeitig Vorführungen von rund 300 Gruppen stattgefunden haben. Geboten wurde fantasievolle Choreografien und Turnsport in all seinen Facetten: Gymnastik, Showtanz, Akrobatik, High-Speed Turnen und Aerobic. Im Casino Stadion in Bregenz fanden die Performance´s der 30 Großgruppen mit über 2.000 TeilnehmerInnen statt. Dabei geht es nicht um Wettbewerb, denn es wurden keine Punkte vergeben, vielmehr ist die Gymnaestrada ein Festival des Breitensports.

Auf den Außenbühnen in Bregenz, Höchst, Wolfurt, Lustenau, Hohenems, Götzis, Rankweil und Feldkirch konnte die breite Öffentlichkeit die Stimmung und die Emotionen dieses Turnfestes aufsaugen. Ein buntes Rahmenprogramm wurde dabei tagtäglich bei den 400 Vorführungen geboten. Auch am Abend kam jeder auf seine Kosten, entweder mit einem heißbegehrten Abend-Ticket bei den acht Nationenabenden sowie der großartigen FIG-Gala oder mit den Konzerten bzw. Partys in den zahlreichen Nationendörfern.

Hopp Schwizz. Die zahlenreich stärkste Nation waren unsere Nachbarn aus der Schweiz mit 3.000 Teilnehmern, gefolgt von Deutschland (2.500) und Finnland (1.500). Fidschi, Malawi, Nepal, Barbados und elf weitere Nationen nahmen das aller erste Mal teil. Für Nationen aus armen Ländern wurden eigens Finanzierungsprojekte initiiert.

Sport, weil´s Spaß macht

13.600 Personen übernachteten in Schulen, versorgt und mit Frühstück verpflegt von den örtlichen Turnvereinen. Insgesamt waren rund 9.000 ehrenamtliche Helfer im Einsatz, ein Dienst und Engagement, ohne das dieses Mega Event nicht möglich gewesen wäre. Den Hotels bescherte die Gymnaestrada rund 3.000 Gäste.

Das Budget? 11 Millionen Euro wurde zum Großteil von den Teilnehmern bezahlt, der Anteil an öffentlichen Geldern konnte laut Veranstalter mit knapp zehn Prozent beziffert werden.

Offenes Vorarlberg

Auch der ASVÖ unterstützte die örtlichen Turnvereine und ehrenamtlichen Helfer mit einer € 20.000,- Sonderförderung. Präsident Wolfgang Urban: „Ich möchte den Verantwortlichen und allen Beteiligten für die Durchführung der Gymnaestrada 2019 recht herzlich gratulieren. Was in diesen sieben Tagen unermüdlich bewegt, organisiert und auf die Beine gestellt wurde, lässt sich nur schwer in Worte fassen. Ich möchte mich bei allen ehrenamtlichen Helfern für Ihr Engagement recht herzlich bedanken. Die Vorarlbergerinnen und Vorarlberger konnten wieder einmal deutlich aufzeigen, zu was wir fähig sind. Ich hoffe dieser Turn-Hype, dieses Feeling und diese positiven Emotionen, halten noch lange an.“

Show your colors!

„Es findet sich für alles eine Lösung“ sagte der leidenschaftliche Gymnaestrada Geschäftsführer Erwin Reis. Manchmal auch eine unangenehme. So musste man die Eröffnungsfeier, zu der 25.000 Menschen erwartet wurden, wegen eines Unwetters verschieben. „Blitz und Sturm, dieses Risiko war zu groß“ bedauerte Reis. Das Großereignis wurde am Mittwoch nachgeholt und vom ORF live übertragen.

Vier Mädchen im hellbau-weißen Trainingsanzug waren sich einig: „Es ist die Kommunikation, die Freundschaft mit so vielen anderen Menschen. Wir treffen hier Menschen, die ganz unterschiedlich sind und doch etwas Gemeinsames haben. Der Tanz und die Gymnastik verbinden uns“. Was den 13- bis 15-jährigen Griechinnen in Vorarlberg besonders imponiert: „Es war alles super organisiert.“

Mit strahlenden Augen, unzähligen Erinnerungen und internationalen Freundschaften ging eine spannende Woche bei einer imposanten Schlussfeier zu Ende. Viele waren sich dabei einig: „Auf ein Neues – 2023 in Amsterdam.“

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