Sport hilft auch über den Sport hinaus

Ein Projekt der drei Dachverbände für Geflüchtete und sozioökonomisch Benachteiligte ist wertvoller und wichtiger denn je. Doch auch „SPORT HILFT – BEYOND SPORT“ leidet unter den gesellschaftspolitischen Maßnahmen, die gegen das Corona-Virus getroffen werden müssen.

Ende 2019 wurde eine gemeinsame Initiative aus der Taufe gehoben, die auf bereits gemachte Erfahrungen von ASVÖ, ASKÖ und Union beruhte und die zwei einfache, klare Ziele hat: einerseits geflüchtete Menschen an Sportvereine und Institutionen in Österreich zu binden und dadurch deren Integration zu fördern und andererseits Kindern zwischen 6 und 14 Jahren aus gesellschaftlich-wirtschaftlich benachteiligten Familien den Zugang zum Sport zu ermöglichen. Beide Zielgruppen sind im Breitensport unterrepräsentiert. Der Ansatz ist klar. Im Sportverein treffen sich Menschen unterschiedlichen Alters, verschiedener sozialer und kultureller Herkunft und aus unterschiedlichen Schichten. Sportvereine sind somit nicht nur Orte des gemeinsamen Sport-Treibens und des Miteinanders, sondern auch der Integration.

Für den ASVÖ ist Mag.a Gerda Katschinka Projektkoordinatorin und sie ist erfreut, dass gerade in Vorarlberg mit fünf Vereinen „SPORT HILFT – BEYOND SPORT“ einen sehr guten Start hatte. „In diesem Jahr werden weitere Vereine aus Wien, Niederösterreich, Tirol und der Steiermark hinzukommen“, sagt sie, „und auch das Spektrum der Sportarten wird breiter. Angeboten werden Karate und Taekwondo, Rackleton und Footvolley, Schwimmen, Fun- Sportarten und polysportive Einheiten.“ Somit wird man den Zielen des gemeinschaftlichen Projekts gerecht, beispielsweise mit dem Zugang zu sportlicher Betätigung und der Schaffung von sinnvollen und sinnstiftenden Freizeitangeboten, mit Weiterentwicklung des Sportprogramms, Verbesserung und Unterstützung der Betreuungsqualitäten in den Unterkünften und Sozialeinrichtungen, Gewinnung neuer Vereinsmitglieder aus den Zielgruppen, Förderung der interkulturellen Öffnung. Wertevermittlung geschieht durch ein dreistufiges Integrationsmodell: zum Sport, im Sport, durch Sport. Und nicht zuletzt beinhaltet das Projekt auch Aus- und Fortbildungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Betreuungszentren, der Sozialeinrichtungen, für bestehende Übungsleiterinnen und -leiter und für Personen aus der Zielgruppe. Maßnahmen, die den Breitensport über Monate hinweg de facto verunmöglichten haben auch auf das Integrationsprojekt der Dachverbände einen dunklen Schatten geworfen. Immerhin berichteten beispielsweise die Verantwortlichen von Karate Bregenz, dass einige TeilnehmerInnen auch fleißig beim Online-Training mitmachten. „Uns ist es gelungen, die Aktiven im Verein zu halten und zu regelmäßiger Bewegung zu motivieren. Sehr gerne werden wir uns weiterhin dafür einsetzen, Karate für alle Menschen zugänglich zu machen. Es freut uns sehr, einen Beitrag zur Integration leisten zu können!“ „Digitaler Sport“ ist zwar besser als gar kein Sport, kann den gemeinsam in einer Gruppe ausgeübten Sport aber nicht ersetzen …

„Es ist selbstverständlich, dass wir vom Projektteam gerade in dieser herausfordernden Zeit auf verstärkte Kommunikation mit den involvierten Mitgliedsvereinen, Übungsleiterinnen und Übungsleitern und weiteren Stakeholdern setzten und setzen“, erklärt Katschinka. „So haben wir stets über die Vorgaben der Bundesregierung informiert und haben bei der Adaptierung der Sportangebote, was z. B. Hygiene- und Abstandsregeln oder die maximale Größe von Gruppen angeht, unterstützt und beraten.“

Der unermüdliche, ehrenamtliche Einsatz von Vereinen, Verbänden und deren RepräsentantInnen kann nicht genug hervorgehoben werden. Die geplante Projektlaufzeit endet Mitte 2023- schon früher sollte, ach was wird wieder eine gewisse Normalität einkehren. Mag.a Katschinka appelliert deswegen an die rund 5000 ASVÖ-Vereine: „Es wäre sehr schön, wenn sich weitere Sportvereine finden würden, die ihre soziale Verantwortung ausbauen wollen.“

Sport hilft. Nämlich auch über den Sport hinaus.

(c) Ahmed Hussein_Professional Karate Club Feldkirch

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